Das Riesenschwein von Pickensville, Alabama

Autor: Gal Fàn

Hallo hallo, wie üblich ist es mit meinem Artikel mal wieder später geworden als angekündigt :P !

Sorry dafür und nun schnell zum eigentlichen Artikel:

Die Story: Am 3.5.2007 war der 11-jährige Jamison Stone mit seinem Vater Mike Stone sowie einigen Führern in der Lost Creek Plantation unterwegs, einem privaten Jagdgebiet in Alabama. Auf dem Jagdausflug hatten sie wohl auf irgendein beeindruckendes Wild gehofft, welcher Jäger tut das nicht und schließlich war ihnen das Glück hold. Sie trafen auf einen riesigen Eber mit einer Länge von 2, 80 Meter und einem Gewicht von 477 Kilogramm. Heldenhaft gelang es dem mit einem Smith & Wesson-Revolver Kaliber 50. bewaffneten Jamison Stone, das Tier mit 8 Schüssen schwer zu verwunden, danach 3 Stunden lang zu verfolgen und schließlich mit einem genauen Blattschuss zu töten. In Jägerkreisen wurde der Junge gefeiert, auch andere Leute waren sehr beeindruckt. So weit so gut (man wird meine Ironie schon bemerkt haben), gäbe es da nicht einige Unstimmigkeiten an der Geschichte sowie an den ,,Beweisphotos”:

Zuerst einmal Unstimmigkeiten an der ganzen Geschichte: Es gibt zwar viele Amerikaner, die auf Waffen und auf Jagd stehen, aber:

Kein vernünftiger Jäger jagt mit einem Revolver, wie mir selbst von einem Jäger bestätigt wurde. Diese Faustfeuerwaffen werden zwar durchaus mitgeführt, aber normalerweise nur, um einen vorangegangenen Fehlschuss wieder gut zu machen, in dem man aus der Nähe einen sicheren Todesschuss setzt oder um sich gegen angreifende Tiere aus der Nähe zu verteidigen. Ein Revolver als tatsächliche Jagdwaffe ist an Sich schon sehr ungewöhnlich. Sodann wäre da die Behauptung, dass ein 11-jähriger Junge hintereinander 8 Schüsse des 50er Kalibers abgegeben haben soll, mit einem Revolver, der ungeladen schon ca. 2,5 Kilo wiegt. Solch ein schweres Gerät ist selbst für erwachsene Männer nicht einfach zu handhaben, rechnet man dazu den gewaltigen Rückstoß, verstärkt durch mehrmaliges direkt auf einander folgendes Feuern, den ein solches Kaliber verursacht, erscheint es mehr als unglaubwürdig, dass ein kleiner Junge dies bewerkstelligt haben soll. Wer im nächsten Schützenverein nachfragt, wird die Vermutung sicherlich bestätigt finden, dass die Geschichte so nicht stimmen kann.

Aber gut, nehmen wir mal an, der Junge ist einer von der ganz kräftigen Sorte, schließlich jagt er ja laut Berichten bei Spiegel-Online schon mindestens seit seinem 5. Lebensjahr.

Kommen wir nun zur Betrachtung der Bilder, entnommen von der Seite http://www.monsterpig.com/:

hog1.jpg

hog2.jpg

Richten wir unsere Augen zuerst einmal nicht auf das fette Schwein im Vordergrund, sondern sehen wir uns die Umgebung an.

Laut Geschichte wurde es nach 3-stündiger Hatz (mit immerhin 8 Kugeln im Leib) schließlich in einem ausgetrockneten Bachbett gestellt und getötet. Da ein Jäger natürlich nicht lange wartet, um sich mit seiner Trophäe ablichten zu lassen und ein 477 Kilo schweres Vieh nicht einfach in den Wald an eine passendere Stelle gezerrt werden kann, sollte man meinen, dass das Bild im Flussbett aufgenommen wurde.

Unpassenderweise kann man aber weder Kies noch Sand, Steine oder trockenen Schlamm erkennen, was auf ein ausgetrocknetes Flussbett hinweist, der Grund ist eindeutig Waldboden.

Besonders auffällig ist ebenfalls, dass mehrere Merkmale der Hintergründe beider Bilder nicht übereinstimmen, obwohl sie die gleiche Szene zeigen.

Am meisten springt bei genauerer Betrachtung der schlanke Baum direkt hinter Schwein und Junge ins Auge. Nicht nur, dass er einmal etwa hinter dem Nacken zu sehen ist und ein zweites Mal fast unterhalb der Schultern, es wurde offensichtlich retuschiert. Auf Bild 1 besitzt der Baum eine deutliche Narbe bis hinter das Schwein hinab. Auf Bild 2, welches genau die gleiche Frontansicht zeigt, ist diese Narbe seltsamerweise viel kürzer.

Ich denke, ich muss nicht weiterschreiben, nur noch kurz ein paar Worte zur gewaltigen Größe des Schweines. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, entweder wurde der Junge hineinretuschiert, was als wahrscheinlicher gilt, da auch der Pixelverlauf zwischen Schwein und Jungen nicht korrekt ist oder er wurde schlicht so photografiert, dass der Junge sehr im Hintergrund steht und so das Schwein viel größer wirkt als normal.

Wie jedoch bereits erwähnt, es ist sehr wahrscheinlich, dass die Aufnahmen digital bearbeitet wurden.

Interessanterweise stellte sich zusätzlich noch ein paar Wochen später heraus, dass es sich bei dem Schwein nicht um einen großen, wilden Eber handelte, sondern um ein ehemaliges Hausschwein handelte, welches vor wenigen Tagen erst ausgesetzt worden war.

Kurz und knapp: Zwar gibt es riesige Schweine, besonders Mischlinge, jedoch handelt es sich hier höchstwahrscheinlich um einen Fake!

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24. Dezember 2011, 05:47 Uhr