Hallo hallo,
bevor ich zum eigentlichen Artikel komme, möchte ich noch mein Bedauern über die Auflösung des VKF bekunden. Damit ist eine der wenigen wirklich seriösen deutschsprachigen Addressen im Bereich der Kryptozoologie wieder einmal verschwunden, was ich äußerst Schade finde, denn im VKF und seinem Umfeld gab es eine Menge Wissen über Kryptozoologie und viele andere wichtige Punkte aus dem weiteren Themenkreis über Kryptide.
Glücklicherweise ist dieses Wissen durch die enge Zusammenarbeit mit Kryptozoologie-online nicht völlig verloren, viele Mitglieder des VKF sind im dortigen Forum mit ihrem Fachwissen über Kryptide weiter zu finden. Daher empfehle ich bis auf weiteres dieses Forum jedem an der Kryptozoologie interessierten!
Nun zum Hauptartikel:
Heute wird es um eine Faketechnik gehen, die ich für die Lösung einiger Fakes des Chupacabras, des Jersey Devils und weiterer Kryptidenfälschungen halte.
Auch wenn der Name etwas irreführend sein mag, hat jene Technik nichts mit übernatürlichen Phänomenen zu tun, genauso wenig wie dieses Blog. Vielmehr ist mir diese Bezeichnung spontan in den Sinn gekommen, als ich vor einigen Jahren auf sie traf und selbst testete, möglicherweise ist sie schon unter anderen Namen bekannt oder besitzt keine spezielle Bezeichnung, doch spielt dies keine größere Rolle.
Die Geisterfotografie wird mit Hilfe einer herkömmlichen, analogen Fotokamera durchgeführt, ohne ein retuschieren oder sonstiges bearbeiten der Bilder am PC, was immer verräterische Spuren hinterlassen würde. Mit einer Digitalkamera ist sie nicht durchführbar.
Der Grund für diese vielleicht etwas überraschend klingende Tatsache, würde man doch gerade in Digitalkameras hervorragende Hilfsmittel für Fälschungen sehen, liegt in der unterschiedlichen, spezifischen Funktionsweise beider Kameras.
Es würde zu weit führen, auf die genaue Technik der unterschiedlichen Kameras einzugehen, daher werde ich mich auf die für die Faketechnik interessanten Teile beschränken: Betätigt man bei einer analogen Kamera den Auslöser, wird das vom zu fotografierenden Gegenstand reflektierte Licht (nur durch Lichtreflexion können wir überhaupt Gegenstände sehen) von der Kameralinse eingefangen und auf den Lichtempfindlichen Film im Innern der Kamera projiziert, wo es quasi ,,gespeichert” wird. Entweder automatisch oder durch den Fotografen wird das Filmband über eine entsprechende Mechanik weitergezogen, so dass ein neues, noch unbelichtetes Feld für das nächste Bild zur Verfügung steht. Man merke an dieser Stelle: Die Kamera ,,erkennt” kein benutztes Feld, da die Bilder keine Unterscheidungsmerkmale erhalten. Dieser Umstand wird später wichtig!
Bei einer Digitalkamera funktioniert die Aufnahme eines Bildes ähnlich, Licht von zu fotografierenden Gegenständen trifft auf lichtempfindliches Material im Innern der Digitalkamera. Der wichtige Unterschied besteht jedoch darin, dass bei Digitalkameras die Bildinformationen nicht auf einem Filmband gespeichert werden, sondern auf einem internen oder externen Speichermedium in unterschiedlichen Formaten (besonders häufig JPEG, JPG, BMP). Die Digitalkamera unterscheidet auf Grund ihrer Software die einzelnen Bilder dadurch, dass sie ihnen spezifische Namen erteilt (IMG1.jpeg; IMG2.jpeg; IMG3.jpeg). Vermutlich soll dies dem einfacheren Speichern und identifizieren der Bilder durch den Benutzer dienen. Der springende Punkt ist, dass keine Doppelbenennung möglich ist, automatisch durch die Kamera überhaupt nicht, beim manuellen Versuch durch einen Benutzer erscheint eine Fehlermeldung. Die Logik der Software lässt den Vorgang nicht zu-was bedeutet:
Auf einer Digitalkamera oder einem PC ohne Hilfsmittel zur Bildbearbeitung ist es nicht machbar, zwei einzelne Bilder übereinander zu legen, wobei Bildbearbeitungsprogramme immer Spuren hinterlassen.
Wir erinnern uns: Bei Analogkameras gibt es keinen Unterschied zwischen den Bildern, höchstens besteht der Unterschied, dass ältere Bilder weiter hinten auf dem Filmband zu finden sind, neuere weiter vorne. Ist man mit dem Fotografieren fertig oder der Film voll, muss das Filmband zurückgerollt werden, manuelle oder über die Auslösung einer automatischen Rückholfunktion.
Hier beginnt es, richtig interessant zu werden: Normalerweise würde man den Film bis ganz zum Anfang zurückdrehen, aber dies ist nicht immer unausweichlich! Wenn man ein wenig Fingerspitzengefühl besitzt, gelingt es, den Film lediglich so weit zurückzudrehen, dass das erste, ehemals freie, Feld des Filmes wieder unter der Linse liegt (oder das sonst gewünschte Bild). Wie gesagt, da es keine spezifischen Erkennungsmerkmale besitzt, verhält sich die analoge Kamera genauso, als ob ein neuer Film eingelegt wäre.
Das bedeutet, dass bei erneuter Betätigung des Auslösers das neue Bild ÜBER dem alten abgebildet wird. Das neue Bild fügt sich nahtlos in das alte Bild ein, ohne verräterische Pixelfehler oder ähnliches. Seltsam wird es natürlich nur, wenn auf dem ersten Bild beispielsweise eine Garagentür abgebildet ist und auf dem zweiten ein Hund, quasi ein Hund im Garagentor =).
Für den klugen Faker ist es auf diese Weise möglich, ohne Spuren, die normalerweise bei der digitalen Bildbearbeitung auftreten, ihre Fakes in natürliche Umgebung einzubinden, seien es nun selbst gebastelte Objekte oder ungewöhnliche Fotos normaler Tiere.
Also, ich hoffe, ich konnte mal wieder helfen, Fälschungen auf die Spur zu kommen, tschau ^^!