Hinweise auf Fakes
Eingetragen am 2. Juli 2008 von Gal FànMoin moin, liebe Leser!
Viel Zeit ist seit meinem letzten Beitrag vergangen, aber ich hatte eben viel zu tun, besonders in schulischer Hinsicht. Da die Schule nun aber beendet ist und die Ferien anstehen, kann ich mich wieder etwas mehr dem Fakeblog widmen.
An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass sich gerne Mitarbeiter bei mir melden können, die Interesse zumindest am Aufspüren von möglichen Fakes haben.
Nun zum eigentlichen Artikel:
Schon vor Jahren fragte ich mich, ob man nicht eine Art Liste erstellen könnte, um Fakes aus dem Bereich der Kryptozoologie leichter zu entlarven? Aus der damaligen Idee zu einem Projekt in dieser Richtung wurde leider nichts, da es an Erfahrung fehlte.
Dieses Projekt wird nun neu aufgenommen und die Liste jeweils erweitert, sobald es neue Erkenntnisse gibt.
Genug der langen Vorrede, kommen wir zu der Frage, woran man Fakes erkennen kann? Hierbei sei noch kurz gesagt, dass viele Fakes natürlich auch individuelle Eigenschaften und Erkennungsmerkmale aufweisen. Bevorzugt werde ich in diesem Beitrag daher auf allgemeine Merkmale eingehen und wie beim Chupacabra bei Bedarf spezifische Erkennungszeichen in anderen Beiträgen untersuchen.
Zuerst einmal muss man, wenn man eine Geschichte, ein Bild oder ein Video mit kryptozoologischem Hintergrund betrachtet, darüber im Klaren sein, dass es 3 Möglichkeiten gibt:
1. Geschichte, Bild oder Video ist echt
2. Geschichte, Bild oder Video basiert auf einem Irrtum und ist kein absichtlicher Fake
3. Geschichte, Bild oder Video ist ein absichtlicher Fake
Da es um Fakes gehen soll, werde ich mich hier um den 1. Punkt nicht weiter kümmern. Ich möchte dazu nur kurz anmerken, dass man sich von der Fülle der existierenden Fakes oder Irrtümer nicht dazu verleiten lassen darf, alles von Anfang an für einen Fake zu halten. Man sollte besser jeden Fall für sich betrachten.
Zu Kategorie 2 - Geschichte, Bild oder Video basiert auf einem Irrtum und ist kein absichtlicher Fake:
Entscheidend ist in diesem Fall, ob man irgendwo eine Absicht zum Fälschen erkennen kann, entweder bei der Person, die die Geschichte verbreitet oder beim Urheber.
Beispiel: Ein Mensch macht Werbung für irgendeine Sache, ein Unternehmen, eine Veranstaltung etc. und trägt dafür ein Bigfootkostüm. In der Mittagspause möchte er zum Essen nach Hause und da er durch den Wald nur 15 Minuten zu Fuß braucht, verzichtet er auf das Auto und nimmt den kürzesten Weg durch den Wald. Das Kostüm zieht er nicht extra aus, da seine Mittagspause nun auch nicht soo lange dauert.
Er läuft also durch den Wald, auch in dem Bewusstsein, dass man ihn nicht für einen echten Bigfoot halten wird, da jeder weiß, das er als Werbemann arbeitet. Dabei wird er jedoch zufällig von einem Touristen entdeckt und unbemerkt fotografiert. Der Tourist hat von der Werbeaktion nichts mitbekommen, da er die Ankündigung verpasst hat. Zu Hause, in einem anderen Bundestaat der USA oder gar in einem anderen Land erzählt der Tourist nun seine Geschichte, zeigt das Foto herum und die Sache verselbstständigt sich zu ,,Bigfoot in XY gesichtet”. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass alle Journalisten genau nachprüfen, ob dies tatsächlich alles so stimmt und die Meldung muss auch nicht unbedingt den Leuten aus dem entsprechenden Gebiet, wo die ,,Sichtung” stattgefunden hat, bekannt sein.
Die Welt ist groß, es gibt viele Zeitungen, Gerüchte, dann noch das Internet, also genug Möglichkeiten, um die Meldung zu übersehen. Die Meldung über die Bigfootsichtung in XY wird sich mit der Zeit auch wahrscheinlich verselbstständigen, sie wird weitererzählt, leicht abgeändert, das Bild geht als ,,Bigfootbild” herum…
Und keiner weiß, dass es ein unabsichtlicher Fake, einfach basierend auf einem Irrtum ist. Der Werbemann weiß nicht, dass er fotografiert wurde, da er und sein Umfeld die Meldung schlicht nicht mitbekommen hat, der Tourist wusste nicht von der Werbeaktion und davon, das er einen Schauspieler fotografiert hat und die Menschen, die die Meldung weiterverbreiten, zitieren oft nur von einander, ohne genau nachzuprüfen.
So ist ohne eigentliche Absicht zur Fälschung ein unabsichtlicher Bigfootfake entstanden, quasi ein falscher Fake.
Soweit zu den Rahmenbedingungen. Kommen wir nun zu der Frage, wie man einen Fake der Kategorie 2 erkennt:
Wie es überhaupt bei kryptozoologischen Angelegenheit anzuraten ist, empfiehlt sich das Sammeln von möglichst vielen Informationen über das Ereignis und die Untersuchung, ob diese Informationen zu einander passen.
Wenn beispielsweise der Tourist sagt, er habe seinen ,,Bigfoot” bei einer Wanderung um die Mittagszeit herum gesehen und jemand schreibt später, der Tourist habe den Bigfoot in der Abenddämmerung fotografiert, dann kann dies nicht stimmen. Denn die Lichtverhältnisse von Dämmerung und hellem Nachmittag sind in der Regel auch im Wald recht gut zu unterscheiden und ein Dämmerungsbild wäre deutlich dunkler als ein Bild vom hellen Mittag.
Die gesammelten Informationen, die direkt mit dem Ereignis zu tun haben, müssen zu einander passen! Ist dies nicht der Fall, sollte man die Geschichte skeptisch betrachten.
Sind die direkten Informationen auf einander abgestimmt, sollte man nun nach Begleitumständen suchen, die zu einer ganz logischen Erklärung führen.
Im Beispielfall bedeutet das, dass man etwa auf die Homepage der Stadt oder das örtliche Branchenverzeichnis geht und sich dort ein wenig informiert. Findet man dort zum Beispiel einen Laden, der Autos verkauft und den Wahlspruch hat:,, Sogar Bigfoot kauft bei uns!”, dann hat man einen deutlichen Hinweis darauf gefunden, dass es sich lediglich um eine Werbefigur auf dem ,,Bigfootbild” des Touristen handelt. Weiterhin könnte man Hinweise auf Ort und Zeitpunkt von Werbeaktionen suchen. Findet man nun heraus, dass am 24.8.2005, dem Tag, an welchem der Tourist seine Begegnung hatte, der ,,Bigfoot” sich gerade im Autohaus aufgehalten und die Wagen begutachtet hat, ist die Sache sehr wahrscheinlich ein Fake.
Ob unbeabsichtigt oder beabsichtigt, ist am Schwierigsten herauszubekommen, zuegeben. Dabei muss man kreativ sein. Die einfachste Methode wäre hier, direkt mit dem Autohaus Kontakt aufzunehmen und die Sache zu klären. Oder man kontaktiert die örtliche Zeitung. Es gibt viele Möglichkeiten und oft wird sich schon bei der Spurensuche herausstellen, ob man es mit einem absichtlichen oder einem unabsichtlichen Fake zu tun hat.
Wir sehen also, dass hinter einem Fake nicht unbedingt eine Täuschungsabsicht stehen muss. Also, Augen auf und alle Sinne dazu ;).
In der nächsten Ausgabe werde ich mich mit ,,echten” Fakes der Kategorie 3 befassen.


Vor ein paar Wochen ist ein weiteres Bild aufgetaucht, welches Millionenfach per Handy und E-Mail verschickt wurde. Die Geschichte lautet in etwa so, dass in der Türkei ein Mann vom rechten Glauben abgefallen sei, worauf er und seine Familie von einem bösartigen kleinen Monster oder Kobold tyrannisiert wird. In einigen Versionen ist sogar von Todesopfern im Umkreis der Familie und den Kindern die Rede. Verzweifelt soll sich der Mann an Spezialisten gewandt haben, welche das Wesen schließlich in die Enge treiben und fotografieren konnten.
